Grünlippmuschel: Altbewährtes neu entdeckt

Grünlippmuschel: Altbewährtes neu entdeckt

Grünlippmuschel

Viele Fischarten, Muscheln und andere Meerestiere gelten heute als Delikatesse, die sich nur wenige Personen dauerhaft leisten können. Diese Tatsache basiert darauf, dass immer mehr Menschen in küstenfernen Regionen siedeln und die Transportwege für die empfindliche Ware entsprechend länger werden. In der Nähe von fischbaren Gewässern sind die sogenannten Meeresfrüchte dagegen meist erschwinglicher – und bleiben in manchen Gegenden sogar ausschließlich der armen Bevölkerungsschicht vorbehalten.

Grünlippmuschel – Fit und gesund trotz karger Kost

Ein Umstand, der schon in vergangenen Zeiten zu einem scheinbaren Paradoxum führte: Obwohl es den Familien vieler Fischer am Allernötigsten mangelte und sie sich von den Resten der Fänge nur einseitig ernähren konnten, erfreuten sie sich strotzender Gesundheit. Und trotzdem die Männer bei nahezu jedem Wetter hinausfuhren und dabei ständig kaltem Wind oder Wasser ausgesetzt waren, litt bis ins hohe Alter hinein kaum einer an den dafür typischen Begleiterscheinungen.

Dass ausnehmend wenig Küstenbewohner von Gelenkbeschwerden oder Atemwegserkrankungen befallen wurden, war nicht nur auf das vergleichsweise milde Klima, die salzhaltige Luft und den Gewöhnungseffekt zurückzuführen. Feldstudien ergaben, dass hierfür ein ganz anderer Faktor die entscheidende Rolle spielte: ihre Ernährung! Die hauptsächlich verzehrten Meeresfrüchte wie Grünlippmuscheln mussten etwas enthalten, das den Ausbruch von Belastungs- und Alterskrankheiten verhinderte.

Signifikant war dies an den Stränden Neuseelands. Die hier ansässigen Fischer zeigten auch im fortgeschrittenen Alter besonders wenige Symptome. Ihr Speiseplan war jedoch nicht etwa vielfältiger als der anderer Küstenbewohner, sondern sogar monotoner: Wie ihre Berufskollegen aßen sie bevorzugt von dem, was am meisten verfügbar war und sich somit am leichtesten fangen ließ. In den seichten Uferzonen neuseeländischer Gewässer waren es Grünlippmuscheln.

In ist, was drin ist – die Grünlippmuschel

Während ihr offenkundiger Einfluss auf den Gesundheitszustand zwar bekannt war, aber unerklärlich blieb, wissen moderne Forscher ganz genau, worin das Geheimnis der Schalentiere liegt:

Sie enthalten einen hohen Anteil Glucosaminglykan – eine langkettige Verbindung aus Aminozuckern, welche die Bildung von Synovialflüssigkeit unterstützt. Das wiederum ist jene Substanz, die Organismen für den Aufbau bzw. den Erhalt von Knorpelgewebe benötigen.


Der Verzehr von Grünlippmuscheln kann also helfen, einen krankheits-, belastungs- oder altersbedingten Verschleiß der Knorpelschichten einzudämmen und deren Neubildung anzuregen. Aus diesem Grund wird rund ein Zehntel aller heute gefangenen Grünlippmuscheln zu Konzentrat verarbeitet, welches sich in Präparaten zur Behandlung von Gelenkbeschwerden wiederfindet.

Vielfältige Anwendung der Grünlippmuschel

  • Von diesen profitieren in erster Linie ältere Menschen, da deren Fähigkeit Knorpel aufzubauen durch natürliche geriatrische Prozesse stark eingeschränkt ist. Bei ihnen wirken Grünlippmuschel-Extrakte sowohl dem fortschreitenden Abbbau als auch den damit einhergehenden Schmerzen und einer eventuell nachfolgenden Arthrose entgegen. Als diesbezüglich besonders anfällige Bereiche gelten die mechanisch stark beanspruchten Hand- und Fingergelenke sowie die einer ständigen Belastungen ausgesetzten Knie und Hüften.
  • Doch auch Sportler nutzen das natürlich gewonnene Glucosaminglykan. Sie behandeln damit Verschleißerscheinungen, die durch außergewöhnlich starke oder nur lokal auftretende Belastungen begünstigt werden. Hierbei kommen Grünlippmuschel-Präparate sowohl im Rahmen prophylaktischer Maßnehmen als auch für Therapie-Zwecke zum Einsatz. (Quelle: www.gruenlippmuschel.org)

Beweis durch zahlreiche Studien

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Die Wirksamkeit der Anwendungen konnte bereits im Jahr 2000 nachgewiesen werden. Sie stützt sich auf eine Studie der Universität Kalifornien, bei der zugleich die Verträglichkeit von Grünmuschel-Konzentrat untersucht worden ist. Dabei stellte sich heraus, dass der lipidreiche Extrakt mehr positive Aspekte aufweist als sonstige zur Behandlung eingesetzte Öle von Pflanzen oder Tieren. Die in ihm enthaltenen Omega-3-Fettsäuren und Antioxidantien eignen sich hervorragend zur Anwendung bei Patienten mit rheumatischer Arthritis oder Osteoarthritis. Darüber hinaus ergab die Untersuchung, das Grünlippmuschel-Extrakt asthmatische Beschwerden eindämmt.

Dieses unerwartete Ergebnis bestätigt eine doppelblinde Placebo-Studie der Therapeutischen Universitäts-Klinik St. Petersburg: Nachdem die beteiligten Wissenschaftler ihren Probanden sowohl einfache Olivenöl-Kapseln als auch mit Lyprinol angereicherte Präparate verabreicht hatten, stellte sich heraus, dass der Grünlippmuschel Extrakt die Enzyme Cyclooxygenase und Lipoxygenase blockt. Weil diese daraufhin keine Prostaglandinen mehr produzieren konnten, blieben die Patienten von Asthma-Anfällen verschont.

Während eines zwei Monate andauernden Projektes der “Yonsei Medical Clinic Seoul” konnte im Jahr 2009 schließlich nachgewiesen werden, in welchem Maß Lyprinol zur Verbesserung arthritischer Leiden beiträgt: Bei 80 % der teilnehmenden Probanden führte die regelmäßige Gabe von Grünlippmuschel-Extrakt zu einer Wiederaufnahme der Gelenkfunktionen. Die gleiche Menge Testpersonen gab an, seit der Einnahme deutlich weniger Schmerzen zu verspüren.

Der beste Beweis: das menschliche Gespür

Damit existierte der endgültige Beweis dafür, dass Grünlippmuschel-Konzentrat bzw. daraus hergestellte Präparate die Vitalität steigern können und einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität leisten. Eine Erkenntnis, zu der Neuseelands Fischer schon vor etlichen hundert Jahren gekommen sind. Sie hatten zwar weder eine Vermutung noch einen wissenschaftlichen Beleg über die Inhaltsstoffe und die Wirkung der Grünlippmuschel – zumindest aber wohl ein gesundes Gespür dafür, was ihnen guttut.

Damit existierte der endgültige Beweis dafür, dass Grünlippmuschel-Konzentrat bzw. daraus hergestellte Präparate die Vitalität steigern können und einen wertvollen Beitrag zur Erhöhung der Lebensqualität leisten. Eine Erkenntnis, zu der Neuseelands Fischer schon vor etlichen hundert Jahren gekommen sind. Sie hatten zwar weder eine Vermutung noch einen wissenschaftlichen Beleg über die Inhaltsstoffe und die Wirkung ihrer Speise – zumindest aber wohl ein gesundes Gespür dafür, was ihnen guttut.

Foto (oben): © HLPhoto – Fotolia.com

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