Erleuchtung (Bodhi) im Buddhismus

Erleuchtung (Bodhi) im Buddhismus

Die Bedeutung der „Erleuchtung“ im Buddhismus verlangt das unwiderrufliche Beenden der Illusion des eigenen „Ichs“. Begründet ist das durch die klare und bewusste Handlungsweise des Buddhisten, der weder nach einem „Ich“ noch nach einem „Mein“ strebt.

Die Entstehung der Weltreligion Buddhismus

Die Entwicklung des Buddhismus, dem weltweit etwa 450 Millionen Menschen angehören, geht auf das sechste Jahrhundert v. Chr. zurück. Heute gehört der Buddhismus zu einer der fünf Weltreligionen. Die Aufgabe des Buddhismus ist es, den Menschen weg vom Leiden zu führen und ihm einen Weg zum vollkommenen Glück aufzuzeigen. Doch auch im Buddhismus bleibt der Mensch für sich und sein Leben verantwortlich. Eine grundlegende Auffassung dabei ist, dass sich der Mensch nicht mit seinem eigenen Körper identifiziert als „mein Körper“, sondern bedenkt, dass der Körper dem eigenen Bewusstsein gegeben worden ist. Deshalb soll die Verbindung vom Bewusstsein mit dem Körper so sinnvoll wie irgend möglich genutzt werden.

Der Weg der wahren Erleuchtung

Der Begriff Bodhi umschreibt das Erwachen bzw. das Erleuchten. Doch kann nur der Erleuchtung erlangen, der zuvor die „vier edlen Wahrheiten“ vollständig begriffen hat. Dabei geht es um die Überwindung sämtlicher Bedürfnisse und Täuschungen. Die Überwindung der karmischen Kräfte geschieht dabei von alleine. Durch Bodhi wird Samsara, das den Kreislauf des Lebens bezeichnet, verlassen und der Buddhist gelangt ins Nirwana. Dem „Mein“ und „Ich“ wird die gesamte Nahrung entzogen, damit geht ebenso die Egozentriertheit verloren. Erst wenn diese sozusagen verhungert ist, dürfen die Früchte des „achtfachen Pfades“ geerntet werden.


Die buddhistische Philosophie

Die „vier edlen Wahrheiten“, die den Kern der buddhistischen Lehre bilden, besagen, dass zum Leben neben der Freude auch das Leid gehört, jedoch nur solange, bis der Geist seine wahre Natur erkennt. Ebenso sind Hass, Verblendung und Gier zu überwinden, bevor der Geist seine Natur erkennen kann. Sowie die Ursachen des Leidens erlöschen, kann der Geist mit seiner wahren Natur in Kontakt treten. Genau dieser Prozess wird als Erleuchtung bezeichnet. Der Gläubige muss den Weg des „edlen achtfachen Pfades“ gehen, um die Aufhebung allen Leidens zu erwirken. Wer sämtliches Leiden überwindet, kommt ins Nirvana. Hierbei hilft die Meditation, durch die das Verstandene verarbeitet wird und somit zur eigenen Erfahrung wird.

Der heilige Baum Bodhi

Der Tag des Bodhi wird als der Tag des Erwachens, der Erleuchtung oder der vollkommenen Erkenntnis gefeiert. An jenem Tag erlangte einst Buddha im historischen Ort Siddhartha Gautama nach einer Zeit der selbstauferlegten Askese, Erleuchtung unter dem Bodhi-Baum. Das Wort Buddhismus leitet sich wiederum von „Bodhi“ ab und bedeutet „Erkenntnis-Lehre“. Die Religion Buddhismus ist für alle Menschen offen, ganz gleich welchen Geschlechts, welcher Nationalität und sozialer Herkunft. Es ist eine Religion, die den Menschen, den Weg aus Unvollkommenheit und Leid hin zu Harmonie und Glück weisen will.

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Geprägt ist der Buddhismus von ethischem Verhalten, tiefe Einsicht und Meditation. Die Lehre des Buddhismus stellt dennoch den Menschen immer in seine persönliche und eigene Verantwortung. Toleranz, Dialogbereitschaft, Dogmen-Freiheit und Gewaltlosigkeit sind weitere prägende Merkmale der Religion des Buddhas. Doch bei all diesen Vorgaben handelt es sich lediglich um Wege, die dem Gläubigen und Suchenden aufgezeigt werden. Der Buddhismus hat keinen Anspruch auf eine alleingültige Wahrheit.

Der Buddhismus lehrt das „sowohl als auch“ Prinzip

Der Buddhismus gilt zwar nach wie vor zu den fünf großen Weltreligionen, jedoch stellt die Lehre des Buddhismus vielmehr eine Lebensphilosophie dar und kann von jedem erlernt und gelebt werden. Das Besondere am Buddhismus ist, dass Wert auf persönliche Erfahrungen gelegt wird, ganz im Gegensatz zu anderen Religionen, die darauf abzielen, das der Gläubige blind glaubt und die Thesen übernimmt, ohne sie selbst zu prüfen.

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