Die Zitronatzitrone Buddhas Hand: Ästhetisch, aromatisch, mystisch

Die Zitronatzitrone Buddhas Hand: Ästhetisch, aromatisch, mystisch

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Das Beeindruckendste an dieser großen, leuchtend gelben Zitrusfrucht ist ihre Form. Ihr altgriechischer Name Sarcodaktylis bedeutet „korpulente Finger“. Tatsächlich ähnelt sie einer menschlichen Hand, die ihren Betrachtern einzelne von Schale umgebene Fruchtsegmente bzw. „Finger“ entgegenstreckt. Ihr Aussehen macht die als Buddhas Hand bekannte Sorte zu einem beliebten Dekoelement. Die außergewöhnliche Zitrusfrucht birgt neben kulinarischen Werten vielerorts eine kulturelle Bedeutung.

Buddhas Hand ist vielgliedrig: eine Beschreibung

Die Assoziation mit den Fingern einer Hand verwundert kaum. Buddhas Hand sieht zunächst aus wie eine weiß-violette Zitrone mit rauer Schale. Im Verlauf öffnet sie sich und teilt sich in Dutzende fingerartige Zipfel. Sie kann bis zu 25 Zentimeter lang und etwa drei bis vier Kilogramm schwer werden. Sie blüht im Frühling, während ihre Früchte erst im Dezember ausgereift sind. Ihr Duft ist einzigartig, voll und stark. Er erinnert an Zedern. Sie duftet rundum. Blätter, Blüten, Früchte und sogar ihr Holz verströmen ein unverwechselbares Aroma.

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Geschichte: Die Vorfahrin aller Zitronen

Buddhas Hand und ihre Schwesternsorte die diamantförmige Zitronatzitrone werden oft als Urzitronen bezeichnet. Die Zitronatzitrone war die erste Zitrusfrucht, die nach Europa kam. Ursprünglich blühte der Strauch unterhalb des Himalajagebirges. Erste Erwähnung findet er in einer Sammlung heiliger indischer Texte. Circa zwei Tausend Jahre später gelangt sie zu uns. Zunächst verläuft ihre Reise über die Region Medien in Persien, weswegen sie auch „medischer Apfel“ genannt wird. Später bringen jüdische Siedler die Zitronatzitrone mit nach Südeuropa.

Verbotene Frucht oder göttliche Offenbarung?

Die außergewöhnliche Frucht hat in vielen Religionen Symbolcharakter und regt seit Jahrtausenden die menschliche Vorstellungskraft an. Im Judentum hat sie rituelle Bedeutung und wird mit dem Paradiesapfel in Verbindung gebracht. In buddhistischen Tempeln ist Buddhas Hand eine beliebte Opfergabe. Traditionell gilt sie als Lieblingspflanze Buddhas. Besonders begehrt sind Früchte, deren Finger an eine geschlossene Hand und somit an die buddhistische Gebetshaltung erinnern. Gern verschenkt man sie in China zum Neujahrsfest. Buddhas Hand soll als Glücksbringer für Zufriedenheit und Langlebigkeit sorgen.

Geschmack dürftig, Geruch himmlisch

Heute wird die kälteempfindliche Zitronatzitrone hauptsächlich in Süditalien sowie im erweiterten Mittelmeerraum angebaut. Ihre Früchte haben eine dicke Schale. Das spärliche Fruchtfleisch schmeckt recht bitter. Ihr Saft ist sauer und ungenießbar. Auch das Holz der relativ kurzlebigen Pflanze eignet sich weder als Brennholz noch als Werkstoff. Es ist im Wesentlichen die goldgelbe Schale von Buddhas Hand, welche zu Zitronat und Likör, etwa dem Buddhacello, verarbeitet wird. Sie liefert auch die Essenz zur Herstellung ätherischer Öle und zur Veredelung von Parfüms.

Buddhas Hand kulinarisch

In Süditalien und Sizilien bereitet man ein würziges Carpaccio zu, bei dem Zitronatzitronen in Scheiben geschnitten, gesalzen, gezuckert und aufwendig gewürzt werden, bevor sie mit Rucola oder gegrillten Shrimps als Vorspeise aufgetischt werden. In deutschen Restaurants ist Buddhas Hand eine Rarität.

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