Reise nach Myanmar

Reise nach Myanmar

Bagan, Myanmar.

Gilt Südostasien und allen voran Thailand längst nicht mehr als Geheimtipp unter den Globetrottern und Sonnensüchtigen, steckt der Tourismus in Myanmar (dem früheren Birma) noch in den Kinderschuhen. Zu lange schottete die Militärdiktatur das Land und seine 55 Millionen Einwohner vom Ausland ab. Seit 2011 befindet sich Myanmar aber im politischen Aufschwung: Eine zivile Staatspräsidentin führt die Nation, politisch Gefangene schenkte man die Freiheit und die Zensur der Presse wurde gelockert. Mit internationaler Öffnung und Visa-Erleichterungen rückt das Land mit unberührter Natur, gigantischen Tempelanlagen und Traumstränden zunehmend in den Fokus der Tourismusbranche. Für die Wirtschaft des krisengebeutelten Landes hat sich der Tourismus zu einer unverzichtbaren Einnahmequelle entwickelt. Vom 0815 Massentourismus ist Myanmar aber noch weit entfernt. Hier bedeutet Reisen noch Abenteuer und Eintauchen in eine uns fremde Kultur und Lebensart.

Ankommen, Einreise und Transport in Myanmar

Vergleichsweise wenig Fluggesellschaften bieten ihre Dienste zu den zwei internationalen Flughäfen des Landes an. Gerade bei Langstreckenflügen lohnt sich der Preisvergleich. Die großen Flughäfen liegen in Yangon (früher: Rangun) und Mandalay. Der lange Isolationismus des Landes macht sich noch bei den Anreisemöglichkeiten bemerkbar. Die Anreise auf dem Landweg ist von Thailand aus nur in manche Grenzregionen möglich. Beachten Sie bei der Einreise, dass sie ein (Touristen-) Visum benötigen. Dieses ist einfach bei den Botschaften Myanmars im Vorfeld zu beantragen.

Reisen innerhalb Myanmars gestalten sich umso schwieriger. Eine funktionierende Straßen- oder Eisenbahninfrastruktur ist de facto nicht vorhanden. Von den 27.000 km Straßen sind nur 3200 km überhaupt asphaltiert und in der Regenzeit sind viele unpassierbar. Eine besonders günstige Form des Überlandreisens gewährleisten die staatlichen Fernbusse. Diese sind dafür aber meist heillos überfüllt. Daneben fahren auch private Busunternehmen im Land. Hier sind die Busse klimatisiert und haben eine Sitzplatzgarantie. Züge fahren selbst auf der bei Touristen beliebten Hauptverkehrsachse Yangon-Mandalay mit einer Geschwindigkeit von nur 30 km/h und mehrstündige Verspätungen sind eher die Regel als eine Seltenheit. Diese gemächliche Art des Reisens hat zweifelsohne auch ihren eigenen Charme, wer auf ein Minimum an Sitzkomfort nicht verzichten möchte, sollte jedoch in der ersten Wagenklasse reisen. Schnell und komfortabel sind nur die Inlandsflüge. Insgesamt 16 lokale Flughäfen stehe hier als Start und Ziel zur Verfügung.

Quirlige Städte, Tempel und Goldstrände: Die bekanntesten Sehenswürdigkeiten

© Wolfgang Beisert – Fotolia.com

Die buddhistische Tradition des Landes zeigt sich bereits bei einem ersten Besuch der größten Stadt Yangon (bzw. Rangun). Insgesamt drei Pagoden, die größte davon die 98 Meter hohe, mit Blattgold überzogene Shwedagon-Pagode, sind in der Stadt zu finden. Als einer der wenigen Städte Südostasien finden sich in Yangon auch nach wie vor viele architektonische Beispiele aus der Kolonialzeit.


In der zweitgrößten Stadt, Mandalay, finden sich gleich sieben Pagoden und drei buddhistische Klöster. Städte in Myanmar verfügen über keinen nennenswerten öffentlichen Nahverkehr. Im Straßenbild dominieren Motorroller, Rikschas und Taxis. Diese sind für Touristen die einzige Möglichkeit um von A nach B zu kommen.

Weltweit einzigartig ist die 155 km südwestlich von Mandalay gelegene historische Königsstadt Bagan (mehr Informationen) mit über zweitausend erhaltenen Sakralbauten. Das weitläufige Gelände zeigt neben neu aufgebauten Tempeln auch viele Ruinen, die an den Glanz und die Macht des vergangenen Königreichs erinnern. Aber nicht nur das Landesinnere, auch die Küstenregionen haben neben den Stränden historische und sakrale Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Eine weitere heilige Stätte des Buddhismus ist der im Küstenstaat Mon gelegene Goldene Fels. Auf einer Bergkuppe befindlich, scheint der tonnenschwere Fels jeden Moment seinen Halt zu verlieren. Der Legende nach wird er jedoch von zwei Haaren Buddhas im Gleichgewicht gehalten. Der touristisch bedeutsamste Strand Ngapali befindet sich im Osten des Landes im Rakhaing-Staat. Zwar gilt Ngapali als sicher, allerdings hat das Auswärtige Amt für den Rakhaing-Staat eine Reisewarnung aufgrund ethnisch motivierter Kämpfe herausgegeben.

Küche, Sprache, Unterkunft und Klarkommen

[checklist]
  • Die Landessprache ist Birmanisch.
  • Die Schrift setzt sich aus Kreisen zusammen.
  • Es empfiehlt sich aus Gründen der Höflichkeit einfache Wörter wie Guten Tag (Mingalabah) und Danke (Shisubeh) zu lernen. Überall wo Touristen zu finden sind, ist eine Verständigung auf Englisch möglich.
[/checklist]

Kulinarisch ist Myanmar für seine vielen verschiedenen Currysorten bekannt. Touristen können sich für wenig Geld beinahe an jeder Straßenecke durch die verschiedenen kulinarischen Höhepunkte des Landes schmecken. Nichtsdestotrotz laufen verwöhnte, westliche Mägen Gefahr zumindest am Anfang schlecht auf das Essen zu reagieren. Schuld daran ist nicht der Curry, sondern die miserable Qualität des Wassers, das für die Zubereitung benutzt wird. Allgemein sollten Sie nur abgepacktes Wasser trinken.

Von Trinkbechern, die etwa in Zügen wohlmeinend herumgereicht werden, sollte man Abstand nehmen. Ausgenommen hiervon sind Luxushotels, die stellenweise in den Touristenregionen bereits Gäste aufnehmen. Unterkünfte sollten allgemein möglichst früh bei lokalen Reisebüros gebucht werden, ansonsten sind die Preise verhältnismäßig hoch. Zu beachten ist, dass nur staatlich anerkannte Hotels aufgesucht werden dürfen.

Übernachtungen bei Einheimischen sind verboten und können diese in Bedrängnis bringen. Abgesehen von den Warnungen des Auswärtigen Amts gilt Myanmar als ausgesprochen sicheres Land. Auch allein reisende Frauen sind keiner erhöhten Gefahr ausgesetzt. Nach wie vor ist die Bevölkerung nicht an Massentourismus gewöhnt. Touristen sollten daher der Bevölkerung mit besonderer Rücksichtnahme entgegentreten. So sollten Schultern und Knie immer bedeckt sein, Pärchen zeigen ihre Zärtlichkeit nicht in der Öffentlichkeit und Händeschütteln ist unbeliebt. Daneben gehört zu einer Myanmar-Reise eine große Portion Gelassenheit in Anbetracht der alltäglichen Schwierigkeiten.

Als ideale Reisezeit wird der Zeitraum von Mitte Oktober bis Mitte Februar empfohlen. Schließlich bleibt festzuhalten: Zwar ist eine Reise nach Myanmar abenteuerlich, bis auf eine kurzweilige Magenverstimmung müssen Sie aber nichts befürchten.

Foto: © MasterLu – Fotolia.com

Wir freuen uns auf Ihre Bewertung

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *