Naturheilmittel Ginkgo

Naturheilmittel Ginkgo

Blätter von Gingko biloba

In Fernost gilt die in China heimische Baumart als kraftspendend und lebensverlängernd. Auch hierzulande erlangt der Ginkgo bis heute große Bedeutung in der Heilkunde, nicht allein aufgrund der alten Chinesischen Philosophie. Trockenextrakte aus Ginkgoblättern dienen vor allem der symptomatischen Behandlung von arteriellen Durchblutungsstörungen und hirnorganisch bedingten Leistungsstörungen. Nicht nur mit zunehmendem Alter wird immer häufiger auf die kraftvolle Heilpflanze zurückgegriffen.

 

Ginkgosamen als Nahrungsmittel – Die chinesische Medizin

Gingkoblatt (© Gerhard Paukstat – Fotolia.com)

In der traditionellen chinesischen Medizin werden neben den Blättern auch die Samenkerne des Ginkgo Baumes verwendet. Die gegarten Kerne des Samens erfreuen sich in Asien großer Beliebtheit als gefragtes Nahrungsmittel. Verzehrt werden die geschälten Ginkgosamen als Beilage oder im Reis mitgekocht. Erhältlich sind sie in Fernost aber oftmals auch geröstet oder gesalzen und dienen als einfachen Snack. Kreislaufstörungen, Hautkrankheiten, Inkontinenz und Angstzustände sollen laut chinesischer Medizin durch das Verspeisen der Samen bekämpft werden.

Ebenfalls soll die Nahrungsaufnahme Konzentrationsschwächen vorbeugen, besonders im Alter. Der übermäßige Genuss von Ginkgosamen kann allerdings zu Vergiftungserscheinungen führen. In unseren heimischen Gefilden werden ausschließlich die Blätter des Ginkgos pharmazeutisch genutzt. Unerwünschte Inhaltsstoffe, wie die sehr unverträgliche Ginkgolsäure, müssen erst herausgelöst und auf ein Minimum reduziert werden, bevor die Ginkgoblätter sich als ungefährliches Trockenextrakt eignen.

Spezialextrakte aus Ginkgoblättern – Anwendungsgebiete und Wirkung

Ginkgoextrakt wird speziell und einzig aus den Blättern des Ginkgo Baumes gewonnen. Die Wirkstoffe sind nachgewiesenermaßen auf mehreren Gebieten therapeutisch wirksam und finden mittlerweile bei vielerlei Beschwerden Anwendung. Die gewonnenen Spezialextrakte werden als Naturheilmittel zu Tabletten, Kapseln oder Tropfen verarbeitet und enthalten folgende Wirkstoffe:


  • 22-27% Flavonglykoside
  • 5-7% Terpenlactone (zusamengesetzt aus Ginkgolid und Bilobalid)
  • nicht mehr als 5 ppm Ginkgolsäuren

Die Wirkstoffmengen dieser Ginkgosubstanzen entsprechen dem Europäischen Arzneibuch. Standardisierte Ginkgo-Präparate gewährleisten eine gleichbleibende Qualität mit einheitlicher Wirkung und Verträglichkeit. In erster Linie sorgt Ginkgo für eine verbesserte Fließfähigkeit des Blutes. Ebenfalls wird die Mikrozirkulation der feinen Gefäße angeregt und somit der Sauerstoff- und Nährstoffgehalt der Zellen gefördert. Ginkgo fungiert als Radikalfänger und wirkt dem Abbau von Nervenzellen entgegen. Nachstehende Beschwerden und Krankheitsbilder können mit Arzneimittel auf Ginkgobasis unterstützend behandelt werden:

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  • arterielle Durchblutungsstörungen und Bluthochdruck
  • Leistungs- und Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • gefäßbedingte Seh- und Hörstörungen
  • Gedächtnisstörungen, Demenzerkrankungen
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Immer größere Bedeutung gewinnt die Anwendung der Ginkgoextrakte im Bereich der Demenzerkrankungen. Durch die entsprechende Behandlung können kognitive Parameter verbessert werden und geistige Fähigkeiten gestärkt werden. Ginkgo steigert Konzentration- und Gedächtnisleistung, daher erleichtert das therapeutische Naturheilmittel den Betroffenen häufig ihren Alltag.

Ginkgolsäure in Tees – die unterschätzte Gefahr

Die Ginkgopflanze enthält einige Schadstoffe, die bei der Verarbeitung zum Trockenextrakt weitestgehend herausgelöst werden. Die schädlichen Inhaltsstoffe unterliegen einer Maximalkonzentration und werden auf ein Minimum reduziert, um eine nicht belastende Zusammensetzung zu gewährleisten. Besonders gefährlich ist die enthaltende Ginkgolsäure, welche schwere Allergien auslösen kann. Gleichermaßen können neurotoxische und mutagene Effekte nachweislich nicht ausgeschlossen werden.

Da Tee kein Arzneimittel ist, bestehen hier weit weniger strenge Regeln bei der Qualitätskontrolle in Bezug auf Konzentrationen, Verarbeitung oder Reinheit. Eine erhöhte Konzentration an Ginkgolsäure im Tee kann erhebliche Unverträglichkeiten herbeiführen und sogar gefährlich werden. Auch wenn die gesundheitsschädigende Säure schwer wasserlöslich ist, kann eine hohe Menge in den Tee über gehen. Andererseits sind bei handelsüblichen, aus Ginkgo hergestellten Tees die Dosierungen der hilfreichen Wirkstoffe fragwürdig.

Hinweis: Die Einnahme von Ginkgo-Produkten sollte mit Bedacht und nicht ohne ärztlichen Rat durchgeführt werden.

Foto (oben):© rumifaz – Fotolia.com

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